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Fraktionsmitteilung : Die Verantwortung für die Natur siegte.
19.12.2007 18:44 (1384 x gelesen)

            Die fw/bVb-Fraktion hat sich während einer Klausurtagung einstimmig dafür ausgesprochen, der Erweiterung des Phantasialandes um die beantragten 30 ha Waldfläche nicht zuzustimmen.



    
Presseerklärung der fw/bVb- Fraktion im Rat der Stadt Brühl zum Thema “Westerweiterung des Phantasialandes“
 
Während einer Klausurtagung der fw/bVb- Fraktion wurde die Frage, wie sich die Fraktion zur geplanten und vom Bezirksplanungsrat zur Genehmigung anstehenden West- Erweiterung des Phantasialandes stellt, eingehend diskutiert und alle Für und Wider gegeneinander abgewogen. Die Wortbeiträge waren zielgenau, sachlich, ernst und hatten zum einstimmigen Ergebnis:
 
Die fw/bVb- Fraktion lehnt die Umwandlung des beantragten 30 ha großen Waldgebietes in „Allgemeiner Siedlungsbereich“ mit Sondernutzung zur Erweiterung des Phantasialandes ab. Eine Westerweiterung in den Villewald kommt für die Fraktion nicht in Frage.
30 ha Wald für emissionsrechtlich und ökologisch umstrittene Eventhallen und Showbühnen zu opfern, ist die Fraktion nicht bereit. Ein öffentliches Interesse sieht die fw/bVb- Fraktion nicht.
 
Eine Erweiterung des Freizeitparks in Richtung Osten, also in die Nähe der Wohnbebauung Badorf/ Eckdorf, kommt für die fw/bVb-
Fraktion gar nicht in Betracht. Dies hat die Fraktion schon immer abgelehnt.
 
Die Diskussion um den Klimawandel, die Erwärmung der Erdatmosphäre, die Problematik um zu hohe CO2- Emissionen, die Energieeinspardebatte, die Umweltpolitik generell und die Liebe zur Natur haben in letzter Zeit den Entscheidungsdruck auf die fw/bVb- Fraktion noch erhöht. Aktionen wie „Lasst Bäume in den Himmel wachsen“ oder die Vorstellungen der „Regionale 2010“ sprechen eine deutliche Sprache. Sehr viele Emails, Telefonate und persönliche Ansprachen, aber auch die Serie von Leserbriefen in der lokalen Presse, verbunden mit Besichtigungen vor Ort und der Anhörung von Vertretern aller beteiligter Seiten, hat sich die fw/bVb- Fraktion einstimmig entschlossen, einer Westerweiterung des Phantasialandes, also hinein in den Villewald, nicht zuzustimmen. Bei der Bezirksregierung in Köln wurde der Einleitungsbeschluss für das Verfahren übrigens einstimmig bei Enthaltung der Fraktion „Die Grünen“ gefällt.
 
Der Schutz des Waldes und der Tierwelt nimmt für die Fraktion einen höheren Stellenwert ein, als privatwirtschaftliche Interessen, die allerdings mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze verbunden sein könnten. Ob und wie viele Arbeitsplätze entstehen werden, konnte uns bisher Niemand verbindlich sagen. Die neuen Arbeitsplätze, in der Überzahl im Niedriglohnsektor angesiedelt, entstehen auch nicht sofort mit den richtungweisenden Beschlüssen der Entscheidungsgremien, sondern nach und nach, wenn überhaupt.
 
Für die Erhaltung des Waldes spricht auch der erhebliche Erholungswert, den das Waldgebiet hat. Der gesunde Mischwald liegt in Ortsnähe und ist zu Fuß erreichbar. Der Erholungswert wird noch gesteigert durch die Seen und Teiche, die das Landschaftsbild bereichern.
 
„Wer kann Baumfällungen am Amazonas kritisieren, wenn in der direkten Nachbarschaft 50.000 Bäume leichtfertig geopfert werden“ so Ratsfrau Marianne Mainzer.
 
Einen Präzedenzfall für mögliche spätere Investoren, die ebenfalls Waldflächen roden möchten, um vielleicht ein großes Wellness- und Waldhotel mit 100 Mitarbeiter(innen) in den Villewald zu setzen, will die Fraktion auch nicht schaffen. Wer könnte dies aber untersagen, wenn vorher bereits für das Phantasialand rechtlich Fakten geschaffen wurden.
 
Die durch den Verlauf der Bundesautobahn und der L 194 auf natürliche Weise festgelegten Grenzen des Phantasialandes sollen nach Auffassung der fw/bVb- Fraktion nicht überschritten werden.
 
Die Notwendigkeit der Schaffung von neuen Attraktionen im Phantasialand, die damit verbundene Erfordernis von zusätzlichen Flächen und den Trend zum Wochenendaufenthalt im Freizeitpark verkennt die Fraktion aber auch nicht. Alternativen zu den jetzigen Plänen gäbe es genug durch Nutzung von in der unmittelbaren Nähe befindlichen Freiflächen, so die einhellige Meinung der Fraktion.
 
Nicht nachvollziehbar ist für die Fraktion, dass
 
  • die Hauptverwaltung, die Werksfeuerwehr und die Werkstatt mitten im Freizeitpark angesiedelt sind. Sie könnten ausgelagert werden.
  • ein Busparkplatz am Freizeitpark angelegt wurde, obwohl die Busse im Schwadorfer Feld ausgewiesene Parkmöglichkeiten haben.
 
Im Konsens mit Forstverwaltung, Umweltverbänden und Nachbarschaft ist ein für alle zufrieden stellender Kompromiss möglich. Auch städtisches Gebiet jenseits der Autobahn könnte herangezogen werden, ein Areal, das vom Forstamt freigegeben würde, sofern die Westerweiterung vom Tisch ist.
 
Im Gegenzug zu notwendigen Baumfällungen fordert die Fraktion vom Betreiber, dass er freiwillig und rechtsverbindlich für mindestens 25 Jahre Ökostrom aus CO2-freier Erzeugung abnimmt als Ökoausgleich für das Fällen von Bäumen und deren ökologischem Nutzen.
 
„Die fw/bVb- Fraktion ist noch wesentlich kritischer und bewusster ökologisch mit dem Thema umgegangen als früher“: so Fraktionsvorsitzender Heinz Schmitz zum Abschluss der Klausur.
 
Brühl, 14.12.07


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